„Marktanteile gewonnen – Wachstumskurs fortgesetzt“

Volksbank Kur- und Rheinpfalz berichtet bei Vertreterversammlung über ein sehr gutes Geschäftsjahr 2015

Die Volksbank Kur- und Rheinpfalz konnte an diesem Montag bei der Vertreterversammlung in der Speyerer Stadthalle erneut gute Zahlen zum zurückliegenden Geschäftsjahr präsentieren. Für die Volks- und Raiffeisenbanken werden die Rahmenbedingungen jedoch zunehmend schwierig.

Auch in diesem Jahr könne man, so Reinhard Oelbermann, der als Aufsichtsratsvorsitzender durch den Abend führte, bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz auf ein überaus positives Geschäftsjahr zurückblicken. „Unsere Volksbank hat ein weiteres Mal gezeigt, dass sie das richtige Geschäftsmodell hat, sie ist innovativ und entwickelt laufend Strategien für die Zukunft“, so Oelbermann. „Trotzdem sind die allgemeinen Prognosen angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen für die nächsten Jahre nicht erfreulich.“
Auch Vorstandssprecher Rudolf Müller rief nach einem Grußwort des Speyerer Oberbürgermeisters Hansjörg Eger zur Bescheidenheit hinsichtlich der Erwartungen für die kommenden Jahre auf. „Gegenwärtig fressen die Niedrigzinsen die Erträge auf, das härtere Vorgehen der Regulierer treibt die Kosten und dazu müssen die Volksbanken auch noch den digitalen Wandel bewältigen, der alte Geschäftsmodelle infrage stellt“, so Müller in seinem Vortrag vor 500 Vertretern und Gästen aus Wirtschaft und Politik. „Vor diesem Hintergrund ist unser aktueller Jahresabschluss das in Zahlen gegossene Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden in ihre Volksbank.“

Bilanzsumme erstmals über drei Milliarden Euro

Im zurückliegenden Geschäftsjahr sei bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz von einer Krise nichts zu spüren gewesen. „2015 war ein gutes, ja ein sehr zufriedenstellendes Jahr“, so Müller. „Die Volksbank konnte bei allen Kerngrößen wachsen und damit die erfolgreiche Entwicklung der letzten Jahre in einem sehr anspruchsvollen Umfeld fortsetzen.“ Die Bilanzsumme der Volksbank Kur- und Rheinpfalz ist 2015 gegenüber dem Vorjahr um 9,1 % gewachsen und liegt damit nun erstmals über der Marke von drei Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen stiegen um 8,6 % auf nun rund 2,2 Milliarden Euro, das Neukreditvolumen legte erneut kräftig zu und wuchs gegenüber dem Vorjahr um 10,9 % auf rund 610 Millionen Euro.

v.l.n.r. Till Meßmer (Vorstandsmitglied), Rudolf Müller (Vorstandssprecher), Hansjörg Eger (Oberbürgermeister), Dr. Jürgen Imo (stv. Aufsichtsratsvorsitzender ausgeschieden), Reinhard Oelbermann (Aufsichtsratsvorsitzender), Werner Wingerter (Aufsichtsrat ausgeschieden), Winfried Szkutnik (Vorstandsmitglied), Bürgermeister Jürgen Kappenstein (stv. Aufsichtratsvorsitzender), RA Martin Hofmann (neuer Aufsichtsrat), Dirk Borgartz (stv. Vorstandssprecher)

Niedrige Kostenquote und zukunftsfähige Eigenkapitalausstattung

Durch ein striktes Kostenmanagement und effiziente interne Prozesse konnte die Volksbank Kur- und Rheinpfalz auch im vergangenen Jahr ihre Marktposition weiter festigen. So beliefen sich die Kosten für Personal- und Sachkosten, Abschreibungen und sonstigen Aufwendungen im vergangenen Jahr in Relation zur Bilanzsumme auf nur noch 1,8 % – 2005 lag dieser Wert noch bei 2,6 %. Auch die Kostenquote war mit 54 % sehr niedrig – dies bedeutet, dass für einen Euro Ertrag 54 Cent aufgewendet werden müssen. Bei der Eigenkapitalquote als zentraler Bezugsgröße für die Zukunftsfähigkeit der Bank konnte die Volksbank Kur- und Rheinpfalz weiter zulegen, wie der stellvertretende Vorstandssprecher Dirk Borgartz betonte. „Mit einer Gesamtkapitalkennziffer von 18,28 % übertrifft die Volksbank Kur- und Rheinpfalz die aktuell geforderte Quote von 8 % deutlich“, so Borgartz. „Doch auch hier werden die Anforderungen immer höhergeschraubt und der Entwicklungsprozess der Regulierung von Banken nach Basel III ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen.“

Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet, Dividende bleibt bei 4,5 %

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Kappenstein bescheinigte in einer vorgetragenen Kurzfassung des Prüfberichts dem Vorstand eine ordentliche Geschäftsführung. In der darauffolgenden Abstimmung wurden Vorstand und Aufsichtsrat von den stimmberechtigten Vertretern einstimmig entlastet. Die für eine weitere Amtszeit kandidierenden Aufsichtsräte Gabi Horn (Hockenheim), Karin Kessel (Speyer) und Reinhard Oelbermann (Speyer) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Martin Hofmann, Bankkaufmann (IHK) und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht aus Speyer, wurde neu in den Aufsichtsrat gewählt. Die beiden langjährigen Aufsichtsräte Dr.-Ing. Jürgen Imo (bisher stellvertretender Vorsitzender, Schifferstadt) und Werner Wingerter (Dudenhofen) schieden aus dem Gremium aus und wurden von Marko Trabert, Abteilungsdirektor beim Genossenschaftsverband, für ihre persönlichen Verdienste um das Genossenschaftswesen mit der Ehrennadel in Silber des Deutschen Genossenschaftsverbandes ausgezeichnet. Den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des erzielten Überschusses und der Ausschüttung einer Dividende von 4,5 % nahm die Vertreterversammlung einstimmig an.

Vorstandssprecher Müller: „Genossenschaftlichen Prinzipien treu bleiben“

Mittelfristig werde, so Müller, die Volksbank Kur- und Rheinpfalz den Fokus vor allem auf weiteres Wachstum legen – dies allerdings nicht als Selbstzweck, sondern vielmehr aus Notwendigkeit aufgrund sinkender Zinserträge pro Euro vergebenem Kredit. In diesem Zusammenhang bleibe man auch weiterhin für Fusionen mit anderen Volks- und Raiffeisenbanken der Region offen. „Wichtig aus meiner Sicht ist es jedoch nicht, Jahr für Jahr neue Höchstmarken zu erzielen, sie sind gar nicht das Ziel unserer Arbeit“, so Müller. „Das Ziel unserer Arbeit war, ist und bleibt, als Genossenschaftsbank füreinander einzustehen. Wenn wir unseren genossenschaftlichen Prinzipien treu bleiben, werden wir gesund und stark durch diese schwierigen Zeiten kommen.“