Mit Baukindergeld ins Eigenheim

Für Ersterwerber von Immobilien soll es noch in diesem Jahr möglich sein, das sogenannte Baukindergeld zu beantragen. Ziel des über zehn Jahre verteilten staatlichen Zuschusses ist die Erhöhung der Wohneigentumsquote. Die Beantragung und Auszahlung des Baukindergeldes soll über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erfolgen.

Welche Leistungen zu erwarten sind, wer von der staatlichen Förderung profitiert und was bei der Antragsstellung zu beachten ist: Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was steckt hinter dem Baukindergeld?

Bei dem Baukindergeld handelt es sich um einen staatlichen Zuschuss für den Ersterwerb von selbst genutztem Wohneigentum durch Familien. Für einen Zeitraum von zehn Jahren erhält man pro Kind und Jahr jeweils 1.200 Euro. Im Laufe dieser zehn Jahre erhält eine Familie mit zwei Kindern in der Summe damit 24.000 Euro vom Staat.

Wer erhält das Baukindergeld?

Grundsätzlich haben Familien mit minderjährigen Kindern, die erstmalig Wohneigentum erwerben Anspruch auf das Baukindergeld. Jedoch greifen auch bestimmte Einkommensgrenzen. So darf das zu versteuernde Jahreshaushaltseinkommen nur maximal 75.000 Euro betragen. Die Einkommensgrenze erhöht sich aber pro Kind um 15.000 Euro, zudem werden noch Posten wie Sonderausgaben oder auch Werbungskosten abgezogen. Eine Familie mit zwei Kindern, bei der beide Elternteile berufstätig sind, kann so auf ein Bruttoeinkommen von insgesamt 138.000 Euro kommen. In die Berechnung fließen nur diejenigen Kinder mit ein, die zum Zeitpunkt des Antrages noch nicht volljährig sind. Werden nach der Antragsstellung weitere Kinder geboren, können diese nicht mehr für die Höhe der Fördergelder berücksichtigt werden. Wird ein Kind hingegen innerhalb des zehnjährigen Förderzeitraums 18 Jahre alt oder zieht aus dem elterlichen Haus aus, hat das keinen Einfluss mehr auf das Baukindergeld.

Anhand welcher Kriterien werden die Einkommensgrenzen festgelegt?

Für die Einkommensgrenzen sind vor allem Einkünfte der zwei letzten Kalenderjahre vor der Antragsstellung entscheidend. Jedoch ist noch unklar, ob die Einkommensgrenzen überschritten werden dürfen oder inwieweit ein Durchschnittswert aus den beiden Jahren gebildet wird. Da nur zwei Jahre herangezogen werden, gibt es für Antragsteller Gestaltungsmöglichkeiten, wenn sie den Erwerb einer Immobilie erst noch planen und ein Überschreiten der Einkommensgrenze befürchten. Lediglich das Einkommen zum Zeitpunkt der Antragsstellung ist hier ausschlaggebend. Die Überprüfung des Einkommens zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht vorgesehen.

Gibt es Einschränkungen hinsichtlich der Immobilie?

Unabhängig davon, ob es sich um eine Eigentumswohnung, ein Reihenhaus oder ein Einfamilienhaus handelt, erhält man das Baukindergeld grundsätzlich nur für den Ersterwerb einer selbst genutzten Immobilie. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Immobilie neu gebaut wird oder sie aus dem Bestand stammt. Eine zunächst geplante Begrenzung der Wohnfläche besteht nicht mehr. Die Förderung greift bei selbst genutzten Objekten, die seit dem 1. Januar 2018 erworben wurden. Bei neu erbauten Immobilien zählt das Datum der Baugenehmigung.

Wie erfolgt die Beantragung des Baukindergeldes?

Die Beantragung kann ab 18.09.2018 über die Seite der KFW erfolgen (siehe Link).
 

Ist das Einplanen der Förderung für den Immobilienerwerb schon sinnvoll?

Es steht fest, dass das Baukindergeld noch in diesem Jahr eingeführt wird. Ein Gesetzgebungsverfahren ist nicht nötig. So hat der Haushaltsausschuss die Mittelfreigabe bereits beschlossen. Trotzdem sollten die Mittel für die Finanzierung der monatlichen Rate nicht fest eingeplant werden, wenn man derzeit eine Immobilie erwerben möchte. Das Baukindergeld ist vielmehr als zusätzliche Liquidität anzusehen. Da Baukredite normalerweise eine kostenlose Sondertilgung von fünf Prozent der Kreditsumme im Jahr bieten, gibt es genug Spielraum, um das Baukindergeld in eine jährliche Sondertilgung einzubeziehen. Die Vorteile an diesem Vorgehen: Der Kredit wird schneller abbezahlt und bei Auslaufen der Zinsbindung ist die Restschuld geringer. Man sollte sich jedoch durch das Baukindergeld nicht anstiften lassen, bei einem geringen Budget unüberlegt eine Finanzierung abzuschließen. Aus diesem Grund ist es besser, wenn die monatliche Belastung 40 Prozent des Familieneinkommens nicht überschreitet. In diese Berechnung müssen neben der Kreditrate auch laufende Kosten wie zum Beispiel die Grundsteuer, aber auch Heizungskosten einbezogen werden.

Inwieweit verringert das Baukindergeld die monatliche Belastung?

Da sich mit jedem Kind in der Familie die Zulage erhöht, profitieren vor allem Familien mit zwei oder mehr Kindern von einem Entlastungseffekt. Mit Einbeziehung des Baukindergeldes sinkt die monatliche Belastungsquote der Kreditrate für eine Familie mit zwei Kindern und einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 45.138 Euro um bis zu sechs Prozentpunkte.

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