MVV, Lufthansa und Heideldruck stellen sich Privatinvestoren vor

Hochkarätige Referenten beim Aktionärsforum 2014 der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Schwetzingen

Speyer, 22.05.2014. Gestern Abend fand in Schwetzingen das dritte Aktionärsforum der Volksbank Kur- und Rheinpfalz statt. Fast 300 Gäste fanden trotz hochsommerlicher Temperaturen den Weg in die Alte Wollfabrik, um die Referenten von MVV, Lufthansa und Heidelberger Druckmaschinen zu hören.

Zur Einführung berichtete Achim Selier, der Leiter Privatkundenbetreuung der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, von der aktuellen Situation an den Anlagemärkten. Bereits vor einem Jahr habe man sich in einer Niedrigzinsphase befunden, heute sei die Situation jedoch noch dramatischer. Festverzinsliche Papiere brächten Kapitalerträge nur noch „in homöopathischer Dosis“. Gleichzeitig stieg der DAX in diesem Zeitraum um über 13 Prozent. Trotzdem seien viele Anleger sehr vorsichtig beim Thema Aktien. Um die Möglichkeiten richtig nutzen zu können, bedürfe es fundierter Informationen. „Es ist mir wichtig, dass sich Kunden konstruktiv mit der Anlageform Aktie auseinandersetzen“, erklärte Seiler. Mit dem Aktionärsforum habe die Volksbank dafür bereits 2012 eine Plattform geschaffen, die seitdem jährlich eine Verdopplung der Besucherzahl verzeichne.

MVV: Schon heute grün und sauber

Die Expertenvorträge eröffnete Marcus Jentsch, Bereichsleiter Finanzen und Investor Relations der MVV Energie AG. Viele Besucher kannten die MVV als Mannheimer Energieversorger; weniger bekannt war, dass die MVV auch an Standorten in Kiel und Offenbach bei Frankfurt tätig ist, in Tschechien mehrere Fernwärmenetze betreibt und in Südengland eine Abfallverwertungs- und eine Biomasseanlage errichtet. Im Geschäftsjahr 2012/13 hat der Konzern mit rund 5.500 Beschäftigten einen Umsatz von 4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Jentsch stellte die aktuelle Strategie des Konzerns vor, die bereits 2010 – „vor Fukushima“, wie der Finanzexperte betonte – stark auf erneuerbare Energien setzte und bis 2020 gelte. Dabei investiere die MVV sehr gezielt in profitable Bereiche, u.a. in Windparks. Risiken, die andere Energiekonzerne hätten, habe die MVV nicht, denn sie sei weder im Atomgeschäft tätig noch beim Ausbau der „Stromautobahnen“.

Lufthansa: Profitabler statt größer

Über die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens referierte anschließend auch Patricia Minogue, Manager Investor Relations bei der Lufthansa Group. Die Lufthansa sei wesentlich mehr als das bekannte Fluggeschäft – eine ganze Reihe von Fluggesellschaften und Partnerschaften würden ergänzt durch Geschäftsfelder wie Technik, Luftfracht, Verköstigung oder Travel Management. Diese Tätigkeiten brächten der Lufthansa eine „nicht-zyklische Gewinnbasis“, die auch in Krisenzeiten zur Stabilisierung beitrüge. Das Airline-Geschäft mit derzeit 2.800 Starts und Landungen täglich werde derzeit einem Optimierungsprogramm namens SCORE unterzogen; Ziel sei eine Ergebnisverbesserung bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro. Dazu werde das Inlandsfluggeschäft abseits der Stützpunkte Frankfurt und München komplett an die neu aufgestellte Tochter Germanwings abgegeben; die Marke Lufthansa konzentriere sich auf profitable Bereiche anstatt weitere Überkapazitäten auf den umkämpften Markt zu werfen. Auch das Thema Pilotenstreik wurde nicht ausgeklammert. Nur bei einer Besucherfrage nach dem Eröffnungstermin des Berliner Flughafens musste auch Frau Minogue passen.

Heidelberger Druckmaschinen: Raus aus der Krise

Über die Bedeutung des Druck- und Druckmaschinengeschäftes berichtete im Anschluss Lena Landenberger, Manager Investor Relations der Heidelberger Druckmaschinen AG. Druck sei keineswegs tot; gerade durch das Internet hätten sich zahlreiche neue Chancen ergeben, beispielsweise im Werbe- und Verpackungsgeschäft. Seit Jahrzehnten sei das globale Druckvolumen weitgehend stabil. Das Unternehmen habe sich nach dem Geschäftseinbruch im Zuge der Finanzkrise 2008 und einer schwierigen Phase stabilisiert, nicht zuletzt dank des immer wichtiger werdenden Service- und Dienstleistungsgeschäfts. Innovationen wie die direkte Bedruckung von dreidimensionalen Objekten vom Fußball bis zum Automobil und das Software- und Beratungsgeschäft böten weitere Chancen. Zugleich räumte Landenberger auch Fehler in der Vergangenheit ein, doch gebe es 2014 zum ersten Mal wieder ein leicht positives Nettoergebnis.

Unser Bild zeigt (von links nach rechts):Thomas Fichtl (Pressesprecher Heidelberger Druck), Lena Landenberger (Heidelberger Druckmaschinen AG), Achim Seiler (Leiter Privatkundenbetreuung), Marcus A. Jentsch (MVV Energie AG),Patricia Minogue (Lufthansa Group), Andreas Gassert (Privatkundenbetreuung)

Die drei Referenten stellten sich dann gemeinsam den Fragen der Zuhörer, unterstützt vom Pressesprecher der Heidelberger Druckmaschinen, Thomas Fichtl. Moderiert wurde die Diskussion von Gastgeber Achim Seiler, Leiter Privatkundenbetreuung der Volksbank und  Andreas Gassert, Privatkundenbetreuer der Filiale Schwetzingen. Nach Eröffnung des erstklassigen Buffets standen die Referenten und die zahlreichen Vertreter der Volksbank Kur- und Rheinpfalz im zwanglosen Rahmen bei Welde-Bier und Pfälzer Wein für weitere Fragen zur Verfügung, was auch noch lange und intensiv genutzt wurde. Fazit: eine gelungene Veranstaltung, die bereits jetzt Vorfreude auf das Aktionärsforum 2015 macht!