Vom Natural-zum Plastikgeld

Hockenheimer Ferienkinder besuchen die Hauptstelle der Volksbank

Morgens um halb zehn in der Volksbank Parkstraße in Hockenheim:

Das Lachen von 20 Hockenheimer Ferienkinder ist nicht zu überhören. Ihre Vorfreude auf den Ausflug nach Speyer in die Hauptstelle ist groß. Unter der Betreuung von Christina Valdna (Finanzberaterin der Volksbank Kur-und Rheinpfalz eG), Nicole Gredler (Serviceberaterin), den beiden Auszubildenden Nico Schopp und Marco Hoffmann sowie von Agnes Fuchs, Organisatorin dieses Ferienprogrammpunktes, werden sie dort herzlich mit Geschenken empfangen und bringen mit ihrer morgendlichen Energie die Angestellten zum Lachen.

Bestens vorbereitet, den Ferienkindern die Geschichte vom Goldesel zu erzählen und den frühen Tauschhandel mit Bildern darzustellen, sind die Betreuer völlig überrascht über die guten Vorkenntnisse der Ferienkinder.  Lucy Marquetant (7 Jahre) weiß, dass früher mit Getreide bezahlt worden ist und Henri Brümmer (8 Jahre) fügt noch das Tauschmittel Salz hinzu, so hat er es in einem Buch gelesen. Wofür geben nun die Ferienkinder ihr Geld aus? Das verraten sie im Kreisspiel, indem sie sich einen Ball zuwerfen und ihren Namen nennen. Daniel Köhnlein (10 Jahre) gibt sein Geld für Fischertechnik und Märklin aus, Leonie Freisinger (8 Jahre) für ihren Hasen, Valentino Fracchiolla (7 Jahre)  für eine Playstation  und Malea Fichtenmeier (7 Jahre) für Kuscheltiere.  Wofür geben die Eltern Geld aus? Spontane Antworten sind Essen, Autos, Möbel, Kleider, Strom, Heizung, Urlaub und Leonie antwortet prompt: „ Für die Kinder, die immer alles wollen“.

Bei der kleinen Zeitreise zurück zum Tauschhandel mit Nico Schopp erkennen die Kinder sofort seine Schwierigkeit. Daniel und Leonie stellen fest, dass z. B. ein Speer wertvoller sein kann als eine Mahlzeit und vielleicht braucht ja auch niemand ein Speer. Wird heute auch noch getauscht? Ja, sagen die Kinder und erzählen, was sie alles tauschen: Aufkleber, Stickers, Capri-Sonne gegen Cookies und Pokémon-Karten gegen Haargummis. Sophia Degler und Paul Treutlein (beide 8 Jahre) und Daniel zeigen spielerisch eine weitere Schwierigkeit des Tauschhandels: wer bietet das Meiste für einen Gegenstand? So führte König Krösius im 6. Jh. V. Chr. die Gold-und Silbermünzen als Tauschersatz ein und im 15. Jh. wurden die ersten Börsen und die erste Bank gegründet. Wilhelm I. von Preußen wird deutscher Kaiser und stellt 1871 die Währung von Taler auf Mark (Reichsmark) um. Christina Valdna zeigt den Kindern einige Reichsmark-Scheine und geht auf die Zeit der Inflation ein. Wie viele Nullen hat eine Billion und was würden die Kinder mit so viel Geld machen? Lucy würde sich gerne ein Hochhaus mit Swimmingpool kaufen, Henri den ganzen Globus und Daniel würde sich Aktien kaufen. Daniel überrascht erneut die Betreuer mit seinem fundierten Wissen.
Die D-Mark wurde 1948 eingeführt, die Geldautomaten 1980 und der Euro in 2002.
Welche Zahlmöglichkeiten außer dem Euro es noch gibt, möchte nun Marco von den Kindern wissen. Anna Keller (7 Jahre) antwortet prompt: „ die EC-Karte“ und Paul fügt hinzu „ mit der kann man auch in Geschäften bezahlen mit PIN oder Unterschrift“.
Wie bekommt man so eine Karte möchte nun Nicole wissen. Es bedarf eines Kontos, z.B. eines Taschengeldkontos (Kinderkonto).Die Betreuer sind sich einig: Ausgesprochen neugierige und wissbegierige Ferienkinder, die z.T. sehr viele Kenntnisse vom Geldwesen mitbringen. In der abschließenden Fragerunde möchte Lucy wissen, wie das Geld im Geldautomat entsteht und Janis erklärt, wie er falsche Scheine erkennt.

Nach einer kurzen Stärkung mit Brezel und Getränken lösen die Kinder ein Kreuzworträtsel, aus dem drei Gewinner hervorgehen: Benjamin Burosch (8 Jahre) gewinnt den 3. Preis, Malea den zweiten und Anna ist glückliche erste Siegerin.

Es folgt ein Rundgang durch die Bank. Christina und Marco erklären die Funktion des Geldautomaten und des Münzrollengebers. Henri und Sophia dürfen unter Anleitung Geld vom Automaten abheben und Benjamin gibt einen Geldschein in den Münzrollengeber.  Valentino  nimmt eine der Münzrollen entgegen, die nun in der Hauptkasse eingezahlt werden. Hier sitzt Herr Kohlmorgen hinter Panzerglas und beantwortet geduldig alle Fragen der Kinder: Warum darf man nicht hinter die Geldautomaten? Wieviele Münzen passen in einen Geldautomat? Wozu ist der Fahrstuhl? Warum ist Geld so wertvoll? Wieviele Mitarbeiter hat die Volksbank und wie alt ist sie? Kann ein zerrissener Geldschein in einen neuen umgetauscht werden? Daniel hat wieder die Antwort parat: 51% des Geldscheines müssen komplett sein, um einen Ersatz zu bekommen.

Eine Bank hat doch auch einen Tresorraum und wo ist dieser? Der Besuch des Tresorraums ist der Höhepunkt und die Kinder stellen auch hier wieder eine Menge Fragen: Wie viele Schließfächer gibt es hier und wer besitzt so ein Schließfach? Was kostet das und wer hat den Schlüssel dazu? Was kann ich hier aufbewahren und wie lange? Darf ich als Bankkunde alleine zu den Schließfächern? Wer kennt den Zugangscode? Christina ist bestens auf all diese Fragen vorbereitet und erst als die letzte Frage beantwortet ist, verlassen die Kinder den Tresorraum und verabschieden sich bei den Bankangestellten. Mit ihren Geschenken der Volksbank machen sie sich auf den Weg von der Bahnhofstraße zum Spielplatz am Dom. Zur Freude aller gibt es unterwegs noch eine Portion Eis und so marschieren sie wieder lachend Richtung Spielplatz, wo sie nicht mehr zu halten sind.
Marco und Nico sind gefragte Fußballspieler, die Mädchen haben ihre Freude beim Klettern an der Spinne.
Wohlbehalten zurück in der Parkstraße angekommen, erzählen sie freudestrahlend ihren Mamas und Papas von ihrem Erlebnistag und bedanken sich zum Abschied beim Team der Volksbank für diesen schönen Tag.

Autor: Agnes Fuchs, Hockenheim