Stiftungsverwaltung in Zeiten der Negativzinsen

Gut besuchte Vortragsveranstaltung der Volksbank Kur- und Rheinpfalz – neue Dachstiftung erleichtert die Stiftungsgründung

Die anhaltende Nullzinsphase stellt Stiftungen vor besondere Herausforderungen: Denn im aktuellen Anlageumfeld Stiftungskapital zu erhalten und zu mehren, ohne dabei erhöhte Risiken einzugehen, scheint nahezu unmöglich. In einer Vortragsveranstaltung, zu der Vertreter von nahezu 50 Stiftungen aus dem Rhein-Neckar-Gebiet und dem Rheinpfalz-Kreis der Einladung gefolgt sind, zeigte die Volksbank Kur- und Rheinpfalz mögliche Anlageformen für Stiftungen in Zeiten des Negativzinses auf und informierte über praktische Fragen der Stiftungsverwaltung.

Fachvorträge zu Steuer- und Haftungsfragen des Stiftungsmanagements

Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Sprecher des Vorstandes der Volksbank Kur- und Rheinpfalz Dirk Borgartz referierte Jan Gehrlein, Fachanwalt für Steuer-, Erb-, Handels- und Gesellschaftsrecht bei Gehrlein & Partner (Bellheim), über steuerliche Risiken und die Mittelverwendung von Stiftungen. Michael H. Dengler, Fachanwalt für Steuerrecht bei Dengler & Dengler (Speyer), informierte über Haftungsfragen bei der Stiftungsverwaltung. „Häufig geht es um eine nicht satzungsgemäße Verwendung der Mittel“, so Dengler. „Auch risikoreiche Anlagen führen zu einer persönlichen Haftung. Die Vorbereitung und Dokumentation einer Anlageentscheidung ist daher von großer Bedeutung.“

„Von der risikolosen Rendite zum renditelosen Risiko“

In seinem Vortrag „Stiftungs-Kapitalanlage in Zeiten von Negativzinsen“ referierte Achim Seiler, Generalbevollmächtigter und Leiter Private Banking bei der Volksbank Kur- und Rheinpfalz, im Anschluss über die politischen und ökonomischen Hintergründe der historischen Negativzinsen und erläuterte, wie Stiftungen auch im momentanen Zinsumfeld ihr Kapital zielgerichtet anlegen können. „Für Stiftungen hat die aktuelle Zinspolitik dramatische Konsequenzen. Klassische Anlagemöglichkeiten wie Unternehmensanleihen erbringen nicht mehr genügend Rendite, um den Förderzweck einer Stiftung zu erfüllen und das Kapital zu erhalten“, so Seiler. „Wir empfehlen daher eine Diversifizierung der Anlagepolitik. Wichtig ist in diesem herausfordernden Umfeld ein professionelles Anlage- und Risikomanagement.“

Volksbank gründet Dachstiftung und erleichtert damit das Errichten von Stiftungen

Die Volksbank Kur- und Rheinpfalz hat bei der letzten gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat die Gründung einer eigenen Stiftung als Dach- und Förderstiftung beschlossen. Die „Stiftung Volksbank Kur- und Rheinpfalz“ ist eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts, bei der sich Volksbank-Kunden künftig mit einer einfachen Zustiftung in das Stiftungsvermögen der Dachstiftung, einer Zustiftung in die Stiftergemeinschaft als Unterstiftung zur Dachstiftung oder mit einer eigenen individuellen Treuhandstiftung einbringen können. „Neben der Förderung des Gemeinwohls wollen wir durch diese Stiftung auch unsere Leistungspalette im Private Banking abrunden und das Betreiben eigener Stiftungen vereinfachen,“ so Seiler. „Mit der Volksbankstiftung haben unsere Kunden nun die Möglichkeit, eigene Stiftungen mit minimalem Aufwand unter dem Dach der Volksbankstiftung zu verwirklichen.“