Genossenschaftsidee ist UNESCO-Weltkulturerbe

Volksbank Kur- und Rheinpfalz zählt zu den größten Kreditgenossenschaften in Deutschland

Die Genossenschaftsidee ist jetzt offizieller Teil des UNESCO-Weltkulturerbes:
Das Internationale Komitee zur Sicherung des immateriellen Kulturerbes hat in seiner elften Sitzung in Addis Abeba die Aufnahme der Genossenschaftsidee in die Repräsentative Liste immaterieller Kulturgüter beschlossen. Insbesondere in Deutschland haben die Genossenschaften eine lange Tradition – und mit ihnen die Kreditgenossenschaften. Die Volksbank Kur- und Rheinpfalz gehört mit ihrer über 150-jährigen Geschichte und 60.000 Mitgliedern zu den größten Genossenschaftsbanken Deutschlands.

Die Genossenschaft ist eine allen offenstehende Form gesellschaftlicher Selbstorganisation, ein Modell der kooperativen Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die ersten Genossenschaften im heutigen Sinne entstanden – meist als Konsumgenossenschaften – Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Ländern Europas und wurden mit dem Ziel gegründet, die prekären Lebensverhältnisse der Bauern und Handwerker zu verbessern. In Deutschland wurde dann die Genossenschaftsidee erstmals auf das Finanzwesen übertragen – eine Entwicklung, die untrennbar mit den Namen Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch verbunden ist. Der Bürgermeister Raiffeisen und der Justiziar Schulze-Delitzsch hatten erkannt, dass zu einer erfolgreichen Selbsthilfe auch eine Selbstfinanzierung gehört und regten unabhängig voneinander die Gründung von Kredit- bzw. Darlehenskassenvereinen an.

Vorstandssprecher Müller: „Die Genossenschaftsidee leistet einen Beitrag, das Leben der Menschen besser zu machen“

Basierend auf den Ideen von Schulze-Delitzsch, dem „Vater der Volksbanken“, gründeten 1864 in Speyer 121 Handwerker und Gewerbetreibende den Speyerer Vorschussverein – die Urform der heutigen Volksbank Kur- und Rheinpfalz, die mit rund 60.000 Mitgliedern zu den größten Genossenschaftsbanken in Deutschland gehört. „Die Genossenschaftsidee hat auch in unserer Region einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, das Leben der Menschen besser zu machen und sie in ihrem Alltag voranzubringen“, so Rudolf Müller, Sprecher des Vorstandes der Volksbank Kur- und Rheinpfalz. „Wir sind stolz auf diese mehr als 150-jährige Tradition und freuen uns, dass die Genossenschaftsidee auf der ganzen Welt immer mehr Anhänger findet – denn sie fördert den sozialen Zusammenhalt und steht für Werte wie demokratische Mitbestimmung, gesellschaftliche Teilhabe, Gestaltungswillen und Solidarität.“

Jeder vierte Deutsche ist Mitglied einer Genossenschaft

Weltweit gibt es momentan 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in über 100 Ländern. 21 Millionen davon leben alleine in Deutschland, d. h. jeder vierte Deutsche ist Mitglied einer Genossenschaft – und am häufigsten ist das eine Kreditgenossenschaft: Die Mitgliederzahl der Volks- und Raiffeisenbanken stieg im Geschäftsjahr 2016 um netto 152.000 auf nunmehr gut 18,4 Millionen Menschen an. "Die hohe Auszeichnung der UNESCO zeigt die Anerkennung und das Vertrauen, das man der Genossenschaftsidee weltweit entgegenbringt“, so Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). „Als vielseitige Förderer ihrer Region liefern die Genossenschaftsbanken auch heute gute Gründe, warum man vor Ort nicht nur in finanzieller Hinsicht auf sie zählen kann.“